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ÖNORM Z 1020 Änderung – Erste Hilfe Koffer jetzt anpassen!


Die ÖNORM Z 1020:2025 bricht radikal mit dem alten System der starren Kofferklassen. Weg von „Typ 1“ und „Typ 2“, hin zu einem rein zeitbasierten und funktionalen Sicherheitskonzept.


ÖNORM Z 1020:2025 – Die „3-Minuten-Regel“ revolutioniert die Erste Hilfe und den 1. Hilfe Koffer 

Vergessen Sie Typ 1 und Typ 2: Die neue ÖNORM Z 1020:2025 verabschiedet sich von der klassischen Einteilung in Koffergrößen und der Bindung an Mitarbeiterzahlen. An ihre Stelle tritt ein dynamisches Modell, das die tatsächliche Rettungskette priorisiert.

Das Ziel der Norm ist klar: Im Notfall zählt nicht, wie groß der Koffer im Keller ist, sondern wie schnell das Material beim Verletzten ankommt.

Das neue Herzstück: Die 3-Minuten-Frist

Die wichtigste Kennzahl der neuen Norm ist die Zeit. Die Platzierung und Anzahl der Erste-Hilfe-Einheiten im Betrieb orientiert sich nun an einem einfachen, aber strengen Kriterium:

Erste-Hilfe-Material muss so positioniert sein, dass es innerhalb von maximal 3 Minuten am Einsatzort verfügbar ist.

Diese 3 Minuten umfassen den Weg zum Koffer und den Weg zurück zum Verletzten. Das bedeutet für Betriebe:

  • In weitläufigen Hallen oder über mehrere Stockwerke müssen deutlich mehr Koffer verteilt werden, unabhängig von der Personenanzahl.

  • Barrieren zählen: Treppen, verschlossene Türen oder lange Flure verkürzen den effektiven Radius eines Koffers massiv.


Ein einheitliches Füllsortiment

Da die Unterscheidung in Typ 1 und Typ 2 wegfällt, setzt die ÖNORM Z 1020:2025 auf ein modulares Basissortiment. Anstatt sich zu fragen, „wie groß“ der Koffer sein muss, geht es nun darum, wie viele dieser standardisierten Einheiten über die Fläche verteilt werden müssen, um die 3-Minuten-Regel einzuhalten.
Hier ist die neue Inhaltsliste zu finden

Die Vorteile des neuen Systems:

  • Flexibilität: Bei einer Umstrukturierung des Büros oder der Werkstatt wird nicht mehr die Belegschaft gezählt, sondern geschaut, ob die Wegezeiten noch stimmen.

  • Risiko-Module: Über das Basissortiment hinaus müssen Betriebe je nach Gefährdungsbeurteilung (z. B. Forstarbeit, Chemie, Gastronomie) spezifische Zusatzmodule ergänzen.




Was bedeutet das für die Praxis?

Die Umstellung erfordert eine neue Art der Evaluierung durch Arbeitgeber und Sicherheitsfachkräfte:

  1. Weg-Zeit-Messung: Testen Sie realistische Szenarien. Schafft man es in 90 Sekunden zum Koffer und in 90 Sekunden zurück? Wenn nein, muss ein weiterer Standort her.

  2. Dezentralisierung: Der Trend geht weg von einer großen Sanitätsstation hin zu vielen, strategisch gut verteilten Erste-Hilfe-Stellen.

  3. Inhaltliche Aktualisierung: Das neue Basissortiment ist medizinisch auf dem neuesten Stand (z. B. Fokus auf hochwertige Wundreinigung und verbesserte Fixiersysteme).


Fazit: Schnelligkeit rettet Leben

Die ÖNORM Z 1020:2025 ist ein Bekenntnis zur praktischen Logistik. Indem sie die 3-Minuten-Hilfeleistung als Maßstab setzt, stellt sie sicher, dass im Ernstfall keine wertvolle Zeit durch lange Laufwege verloren geht. Die alte Bürokratie der Mitarbeiterlisten weicht einer lebensrettenden Zeitvorgabe.

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